Speicherförderung

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat am 20.02.2016 eine Bekanntmachung zur Förderung von stationären und dezentralen Batteriespeichern, der Speicherförderung, veröffentlicht.

Hier die wichtigsten Punkte zusammengefasst:

Ziel der Speicherförderung
Wie wird gefördert?
Was wird gefördert?
Wer wird gefördert?
Auskunft und Monitoring
Ort und Zeit
Technische Voraussetzungen der Speicherförderung
Wie viel kann ich erhalten?
Weiter noch wichtig zu beachten!

 

Ziel der Speicherförderung

Der Anteil der erneuerbaren Energien soll am Bruttostromverbrauch bis ins Jahr 2035 auf bis zu 60% gesteigert werden. Da Sonne und Wind aber nicht geplant verfügbar sind, setzt man unter Anderem auf Speichertechnik, um diese Energiequellen sinnvoll einzubinden.

Die Speicherförderung soll einen Anreiz schaffen, gerade kleine und mittlere Photovoltaikanlagen mit einem Speicher auszustatten.

 

Wie wird gefördert?

Die Speicherförderung ist ein Tilgungszuschuss zu einem KfW Kredit.
Das bedeutet, man muss bei der KfW Bank einen Kredit für die Speicherkosten in Anspruch nehmen und erhält dann einen Betrag (siehe „n wieviel kann ich erhalten“) vom Staat geschenkt um das Darlehen zurückzubezahlen. Der Betrag wird unmittelbar mit dem Darlehen verrechnet, also nicht ausbezahlt. Ob man das Darlehen erhält, entscheidet die KfW Bank. Der Zuschuss zur Tilgung steht unter dem Vorbehalt, ob der Staat das Geld auch zur Verfügung hat. Das Programm selbst kann jederzeit vom Förderer angepasst werden.
Die Förderung soll die nächsten drei Jahre angeboten und für jedes Jahr ein Budget bereitgestellt werden. Wie hoch das Budget für ein Jahr ist, teilt die KfW mit.

 

Was wird gefördert?

Gefördert wird ein Batteriespeicher, der fest im Gebäude verbaut, ist für eine Photovoltaikanlage bis maximal 30 kWp.

Die Anlage darf weiter nicht vor dem 1.1.2013 in Betrieb gegangen sein.

Gefördert werden nur neue Batterien und technisch ausgereifte Systeme, also keine gebrauchten Batterien oder Eigenkonstruktionen von Systemen oder Prototypen. Die Systeme müssen ganz bestimmte technische Voraussetzungen erfüllen.

 

Wer wird gefördert?

Den Antrag kann jeder stellen, außer Kommunen und kommunale Zweckverbände, der Staat selbst oder die Hersteller der geförderten Systeme.

Auch nicht gefördert werden Personen, über deren Vermögen ein Insolvenzverfahren beantragt oder eröffnet wurde.


Auskunft und Monitoring

Eine weitere Voraussetzung zur Speicherförderung ist, dass der Antragsteller damit einverstanden sein muss, dass seine Daten und Daten über die Nutzung des Speichers, an Behörden und diverse Institute weitergegeben werden.

 

Ort und Zeit

Die Speicher müssen in Deutschland verbaut und mindestens 5 Jahre genutzt werden.



Technische Voraussetzungen

Es können Speicher für Photovoltaik-Neuanlagen oder Speicher für bestehende Photovoltaikanlagen (nicht älter als Inbetriebnahme nach dem 31.12.2012) gefördert werden, welche nicht mehr als 30 kWp an Modulleistung haben.

Die Anlagen dürfen dann nur noch maximal 50% der gesamten installierten Modulleistung ins Netz einspeisen, der Rest muss im Haus verbraucht und/oder gespeichert werden.

Wenn nicht anders möglich, müsste die Anlage ggf. so abgeregelt werden, dass diese 50% nicht überschritten werden. Diese Vorgabe gilt für die gesamte Betriebszeit der Photovoltaikanlage, unabhängig davon, wie lange die Einspeisevergütung bezahlt wird und auch unabhängig davon, wie lange der Speicher selbst betrieben wird. Geht dieser z.B. nach 10 Jahren kaputt, so darf die PV Anlage auch danach nur noch mit maximal 50% einspeisen.

Weiter sind einige technische Vorgaben für den Wechselrichter vorhanden. Dieser muss fernsteuerbar und es müssen technische Daten auslesbar sein.

Das System muss natürlich den Richtlinien zum Netzanschluss entsprechen.

Die Batterien müssen austauschbar sein.

Für die Batterien muss eine Zeitwertersatzgarantie von 10 Jahren vorliegen.

Die ordentliche Installation und Inbetriebnahme muss von einer Fachkraft bestätigt werden.

 

Wie viel kann ich erhalten?

Die Berechnung der Förderhöhe ist etwas kompliziert, daher stellen wir dies einfach an einem Beispiel dar:
Es wird zunächst berechnet, wie hoch die förderfähigen Kosten sind, also der Betrag, von dem man ausgehen kann, dass er für das Batteriesystem investiert werden muss, und zwar netto.
Bei einer Neuanlage wird die Gesamtinvestition der Anlage mit den Kosten für die Installation genommen und die reinen Kosten der PV Anlage abgezogen. Wie viel die PV Anlage pro kWp kostet, wird einmal jährlich von der KfW bekannt gegeben. Dieser Wert ist also vorgegeben und errechnet sich nicht aus den tatsächlichen Kosten!

Beispiel für die Berechnung der Speicherföruderung einer Neuanlage:

Die Gesamtinvestition netto beträgt 20.000,-- Euro. Die vorgegebenen Kosten für 1 kWp PV Anlage betragen 1800,-- Euro ( Dieser Betrag ist ein Beispiel, der genaue Betrag lag zur Zeit der Erstellung dieses Dokumentes noch nicht vor).

Die Anlage hat 5 kWp installierte Leistung.

Somit sind die Kosten für die PV Anlage also 5 x 1800 = 9.000 Euro. Daraus errechnen sich die Kosten für den Speicher, also 20.000 – 9.000 = 11.000 Euro.

Dieser Betrag wird jetzt wieder durch die Größe der PV Anlage geteilt, also
11.000 / 5 = 2.200 Euro.

Maximal werden aber nur 2.000 Euro pro kWp gefördert, also wird dieser Betrag als Grundlage für die Förderung genommen. Somit sind in dem Beispiel die förderfähigen Kosten 5 x 2.000 Euro = 10.000,-- Euro.

Daraus errechnet sich nun die Höhe des Tilgungszuschusses nach folgender Tabelle:
Unbenannt

Für unser Beispiel nehmen wir an, dass die Inbetriebnahme vor dem 30.6.2016 erfolgt. Somit würde hier der Betrag des Tilgungszuschusses wie folgt aussehen:

10.000 Euro / 100 * 25% = 2.500 Euro Tilgungszuschuss

Beispiel: Speicherförderung bei Nachrüstung einer bestehenden Anlage

Eine bestehende Anlage ist dann keine Neuanlage mehr, wenn das Datum der Inbetriebnahme mindestens 6 Monate nach der Inbetriebnahme des Speichers liegt. Die nachgewiesenen Kosten für das Speichersystem inkl. der Kosten für die Installation werden durch die Leistung der PV Anlage geteilt.

Wir nehmen das Beispiel von oben und sagen, der Speicher kostet netto 11.000 Euro und die PV Anlage hat 5 kWp. Somit ergibt sich folgende Rechnung:
11.000 Euro / 5kWp = 2.200 Euro

Maximal förderfähig sind bei der Nachrüstung 2.200 Euro (da haben wir in unserem Beispiel Glück gehabt!). Wir können also die vollen 11.000 Euro als förderfähigen Betrag annehmen und erhalten somit folgenden Tilgungszuschuss:
11.000,-- / 100 * 25% = 2.750,-- Euro

Auch hier haben wir wieder angenommen, dass das Datum der Inbetriebnahme des Speichers vor dem 30.6.2016 liegt.

Der Ordnung halber sei hier angemerkt, dass für die Speicherförderung tatsächlich nicht die Kapazität des Speichers, sondern die Größe des PV Generators relevant ist!

Das ist auch bei genauem Betrachten schlüssig, da die Speicherförderung ja nicht primär den Zweck verfolgt, möglichst große Speicher zu installieren, sondern die Spitzeneinspeiseleistung der PV Anlagen zu reduzieren. Deshalb ist ja die maximale Einspeiseleistung der PV Anlage auf 50% beschränkt. Ob Sie nun möglichst den gesamten produzierten Strom nutzen (durch einen entsprechend großen Speicher) oder öfter ihre Anlage abregeln müssen, ist hierbei dem Förderer egal. Hauptsache, Sie speisen nur noch maximal eben diese 50% ins Netz.

 

Weiter noch wichtig zu beachten!

Anträge zur Speicherförderung können ab dem 01.03.2016 gestellt werden und zwar bei Ihrer Bank, welche wiederum mit der KfW zusammenarbeitet.

Sie dürfen vor Antragstellung nicht mit der Maßnahme beginnen! Das bedeutet, Sie dürfen noch keinen Kaufvertrag über einen Speicher abschließen! Planung ist allerdings erlaubt.
Förderanträge erhalten Sie bei der KfW Bank (im Internet). Diese reichen Sie bei Ihrer Bank ein. Bitte informieren Sie sich zudem ausführlich über die Förderbedingungen und Auszahlungsvoraussetzungen mit den entsprechenden Dokumenten bei der KfW.

Diese Zusammenfassung soll einen einfachen Überblick über das nun beschlossene Förderprogramm darstellen.

Vorsorglich möchten wir hier noch anmerken, dass wir für evtl. Irrtümer, Unvollständigkeit oder fehlende Aktualität der Zusammenfassung der Speicherförderung nicht haften!